Bisher habe ich nicht gerne Texte geschrieben. Gut, in der Schule musste ich Aufsätze schreiben und die waren auch nicht ganz miserabel. Und ich schreibe auch immer wieder Marketingtexte für meinen Hauptberuf. Aber so richtig frei habe ich eigentlich noch nie meine Gedanken auf Papier gebracht und erst recht nicht veröffentlicht. Nun habe ich das erste Mal in meinem Leben das Bedürfnis danach. Vielleicht weil mich einige Themen beschäftigen und ich mich mitteilen möchte. In den Stories und Beiträgen gibt es aber einfach nicht genug Platz für die Worte und Gefühle, die ich manchmal in mir rumtrage. Und darum habe ich beschlossen einen kleinen, aber feinen Blog zu starten. Ich weiß noch nicht, wie regelmäßig ich hier schreiben werde. Es ist ein Experiment. Sprachlich sicher keine Offenbarung und nicht perfekt – aber die Worte sind von mir. Nicht KI-generiert. Sondern tief aus meinem Herzen.
Donnerstag, 9. Juli 2026
Blogpost No. 1: Fotos mit Bedeutung
Ich habe mich heute gefragt, wie ich Eltern und besonders Mamas erklären kann, warum dokumentarische Fotografie so wertvoll ist. Diese Gespräche führe ich in der letzten Zeit auch häufiger mit Freundinnen, Freunden, Kollegen und Nachbarn, die mitbekommen haben, dass ich mich nebenberuflich mit dieser Art von Fotografie selbstständig gemacht habe. Ich versuche dann immer zu erklären, wie besonders die Fotos sind, die bei einer dokumentarischen Familienreportage entstehen.
Und als ich so darüber nachgedacht habe, habe ich mich zurück erinnert an die Zeit in denen meine Kinder noch klein waren. Heute sind sie schon 10 und 12 Jahre und schon „groß“…
Die Jahre mit Kleinkindern waren besonders und herausfordernd. Die Tage waren voll und lang. Zur Arbeit gehen danach die Kinder aus dem Kindergarten holen, Mittagessen kochen, die Wohnung aufräumen, Wäsche waschen, Kuchen backen für den Geburtstag von der Freundin etc. Ihr kennt das. Es ist immer was los und selten wenig. Man hat wenig Zeit zur Ruhe zu kommen.
Fotos gibt es von dieser Zeit viele. Dank meinem Handy und der Spiegelreflexkamera habe ich unendlich viele Bilder auf der Festplatte. Und es existiert ein Fotobuch vom jeweils ersten Lebensjahr der Kinder. Eigentlich hatte ich mir damals vorgenommen jedes Jahr ein Album zu machen. Jetzt bin ich schon froh, dass ich es zumindest geschafft habe die Bilder in einem Ordner auf der Festplatte zu sichern und daraus eine „Best of“-Auswahl zusammenzustellen. Aber zu mehr Fotoalben hat es (noch) nicht gereicht.
Und wenn ich mir die Bilder so anschaue, gefallen sie mir. Sie sind eine schöne Erinnerung. Die Kinder in allen Altersstufen. Beim Krabbeln, Schlafen, Turnen, Essen, im Sandkasten und Fahrrad fahren lernen. Ich habe alles festgehalten.
Was mir allerdings vor einiger Zeit klar geworden ist. Es fehlt mir etwas. Es fehlen Bilder, für die ich heute alles geben würde.
Bilder von mir mit den Kindern. Und ich meine jetzt nicht die Bilder, auf denen alle auf Kommando in die Kamera grinsen. Ein paar von den Grinse-Bildern gibt es. Aus jedem Urlaub zumindest eins. Immerhin.
Nein, ich meine Bilder von unserem Alltag auf dem ich anwesend bin. Nicht hinter der Kamera, sondern vor der Kamera. Mit den Kindern. Beim Stillen, Kuscheln, Vorlesen und Spielen.
Es gibt nur Erinnerungen in meinem Herz an diese Momente. Aber kein einziges Bild.
Die Kinder haben keine Erinnerungen daran. Ich hoffe sie wissen, dass sie geliebt, getragen und gehalten wurden.
Meine Kinder lieben es die Bilder aus ihrer Kindheit anzuschauen. Da es leider keine Fotobücher gibt, klicken wir dann die Best-of-Sammlung durch. Ein paar kleine Videos sind auch dabei. Die Kinder sind begeistert sich als Baby oder Krabbelkind zu sehen. Aber ich bin auf den Bildern nicht zu sehen. Ich fehle.
Falls ihr jetzt gerade kleine Kinder habt und ihr das Gefühl habt, dass ihr auch zu wenig sichtbar seid auf den Bildern eurer Familie habe ich hier ein paar Tipps für euch:
1. Kamera abgeben:
Drückt eurem Partner / eurer Partnerin oder anderen Familienmitgliedern / Freunden öfters mal die Kamera in die Hand und bittet ihn oder sie Fotos von Alltagssituationen zu machen. Diese Bilder sind später so kostbar!
2. Selbstporträts:
Beschäftigt euch mit dem Thema Selbstporträts. In meinem Fotokurs hat eine Teilnehmerin so tolle Selbstporträts von sich und ihren Kindern gemacht in dem sie eine Serienaufnahme an ihrer Kamera eingestellt und sie mit Fernauslöser gesteuert hat. Das ist einfacher als man denkt und man ist nicht auf andere angewiesen.
Es gibt mittlerweile auch tolle Videos und Onlinekurse zu diesem Thema. Beispielsweise bei Chiara und Marcia. Ich kann euch alle Kurse von Chiara und Marcia uneingeschränkt empfehlen.
3. Dokumentarische Fotografie:
Sucht euch eine dokumentarische Fotografin/Fotograf in eurer Nähe. Inzwischen ist diese Art der Fotografie bekannter und es gibt immer mehr Fotografen oder Fotografiinnen wie ich, die sich auf diese Art der Fotografie spezialisiert haben. Meistens werden unterschiedliche Pakete angeboten. Von einer kleinen Reportage (1 Stunde) bis große Reportage (Begleitung über einen ganzen Tag) ist alles möglich. Falls ihr im Raum Stuttgart, Böblingen, Leonberg und Herrenberg auf der Suche seid, könnt ihr euch sehr gerne an mich wenden.
Fotografie ist magisch, wie eine Zeitkapsel.
Wie etwas, das den Moment am Leben erhält.
(Lenny Kravitz)
Ich wünsche euch, dass ihr viele wertvolle Momente eurer Familiengeschichte auf Fotos festhalten könnt. Und dadurch eure Verbindung, Liebe und Nähe zu euren Kindern sichtbar wird und eine Reise in diese Zeit jederzeit wieder möglich ist. Für euch und eure Kinder. Ein Leben lang.
Alles Liebe,
Corina